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Das Ehrenamt an BS und TI
 
 

Was macht eigentlich Marc Daubach aus Malscheid?

Technik nutzen, um das Leben der Menschen einfacher zu machen.

Marc Daubach

An alter Stätte vor dem TI-Gebäude: Förderverein-Kassierer Walter Heyen, Marc Daubach und Nichte

In Bilder klicken, um sich Vergrößerung in Zoomgalerie anzuschauen.

von Erwin Kirsch (Text und Bilder)

„Wenn man ein bisschen faul ist, muss man ja nicht doof sein“, berichtete uns Marc Daubach, als er uns am Ostersamstag an der BS besuchte. Der Förderverein hatte von Marcs interessantem Lebenslauf nach seinem Studium am TI in St.Vith erfahren und hatte ihn eingeladen, um Näheres über ihn zu erfahren. Auch sein „alter“ Mathe-Lehrer und heutiger Direktor Roland Lentz, genauso wie unserer  Schulpräfekt und heutiger „Finanzchef“ des Clubs der Ehemaligen Walter Heyen, wollten dabei sein, wen ein Ehemaliger berichtet.
"Ich bin bis zum Abitur nicht der Fleißigste gewesen, habe immer nur Computer im Kopf gehabt und hab’ mich in der Unterrichtsstunde von Lehrer Walter Langer und seinem damalig mitgebrachten Commodore Computer begeistern lassen. Wow, der schafft Gleichungen des zweiten Grades! Zuhause angekommen, habe ich meinem Vater erklärt, dass ich unbedingt so ein Ding brauche.“

Erzähl uns von Deinen Erinnerungen an damalige BSTI-Zeiten. Und wann begann Deine Leidenschaft für die Computerwelt?

„Ich musste feststellen, dass auf dem PC keinerlei Programme installiert waren. Ein Nachbar besorgte mir ein Buch mit dem Thema Basic-Programmierung. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, habe ich den Rechner so programmiert, dass er Gleichungen erstellen konnte.
Mit dem feinen Dinge bin ich dann zur Schule, habe das erste Jahr Gymnasium (nicht) geschafft, um dann in die Technische Abteilung zu wechseln. Eigentlich hatte ich keinen Bock mehr auf Schule, kein Ziel vor Augen, nur Faszination für die Computerwelt. Ein Cousin meines Vaters, der bei der belgischen Eisenbahn arbeitete, riet mir dringen zum Abitur. „So kannst Du wenigstens ins Büro, anders musst Du die Schienen putzen…“ Mein Abi habe ich dann 1987 am TI absolviert.“

 

Abitur am TI, und dann?

„Ich hatte zwischenzeitlich einen gewissen André aus Luxemburg kennengelernt. Er wurde sozusagen zu meinem Mentor und riet mir unbedingt zum Weiterstudium, er wollte nicht, dass ich meine Talente verschwende. Habe damals viele Fachzeitschriften gelesen und musste erfahren, dass ein Unistudium mir wohl zu schwer erschien. Ich habe dann mein Graduat als Programmierer an der Hochschule in Seraing gemacht. André meinte ich müsste unbedingt Englisch lernen und vermittelte mir schon bald einen Sommerferien-Aufenthalt in England.

Ich besorgte mir Adressen von englischen Universitäten. Ich kandidierte -eigentlich ohne Aussichten auf Erfolg...  an der Imperial College of Science and Technology, für einen MASTER Studiengang in London, der damals weltweit nur 25 Schüler pro Jahr aufnahm. Die Bedingung, einen vorangegangenen Abschluss mit Auszeichnung bestanden zu haben, hatte ich mit Seraing in der Tasche. Ich staunte nicht schlecht, als ich zu einer der zehn Top-Ausbildungsadressen der Welt in London zugelassen wurde. Dort studierte ich dann vier Jahre. Danach fing ich an zu reisen. Mein erster Arbeitsplatz war New York dann Japan “.


Und Dein Zuhause in Malscheid?

„Meine Eltern haben mich nie unter Druck gesetzt. Ich hatte nette Geschwister, einen Bruder und eine Schwester, die mich immer wieder unterstützt haben. Ich hatte es eigentlich immer am einfachsten in der Familie. Meine Eltern bedauerten nur, dass ihr Junge so weit weg in der Welt unterwegs war.“


Wenn man Marc Daubach googelt, erscheinen viele Fotos mit dir am Pokertisch. Vom Pokerspieler zum Plagiatserkenner?

„Eine Anzeige im Luxemburger Wort sollte meine weitere Laufbahn bestimmen. EXLIBRIS, ein Unternehmen mit Sitz in Israel, suchte einen Mitarbeiter um das Auslandgeschäft aufzubauen. Es wurden daraus 18 Jahre. Ich eröffnete ein Büro in England ; unsere Firma wurde in den 18 Jahren drei mal verkauft, was auch für mich ein lukratives Geschäft war.
Ich wollte unbedingt mal eine Pause einlegen und konnte mir nicht vorstellen, ein Leben lang in derselben Firma zu arbeiten. Habe dann gut zwei Jahre nicht gearbeitet, bin mit meiner Frau, die ich in London kennen gelernt habe, viel durch die Welt gereist und habe dann auch etwas mehr Zeit mit meinem Hobby Poker verbracht, wollte mit  den Besten der Welt spielen und war bei vielen großen Turnieren der Welt dabei. Im weltweiten Turnier Ranking habe ich es bis auf Platz 287 geschafft. Poker ist übrigens hoch mathematisch. Ich habe dabei oft an meine Jahre an der BS zurückgedacht, bin aber immer Amateur im Spiel geblieben.
Auch das wurde mir mit der Zeit zu langweilig. Zurück nach London, gründete ich eine Startup-Consulting-Firma, bis mich mein ehemaliger EXLIBRIS-Chef, bei TURNITIN (Plagiatserkennung und Prävention) empfohlen hat. Heute bin ich für TURNITIN als „Corporate Vice President of International“ weltweit unterwegs, zuständig für alle Länder, außer USA & Kanada. Wir sind im Bereich Plagiatserkennung  mit etwa 15.000 Kunden führend und bemühen uns jetzt die Produktpalette zu erweitern“.

Vielflieger und selten zu Hause?

„2015 war ich mehr als 260 Tage unterwegs. Mein Frau begleitet mich oft bei meinen Reisen.“

Roland Lentz erkundigte sich bei unserm Gespräch, das übrigens die meiste Zeit auf altehrwürdigem Plattdeutsch (Mischung aus Rejländisch mit luxemburgischen Akzent: Vater war gebürtiger Malscheider, Mutter stammte aus Luxemburg) geführt wurde, nach dem Grund des seltenen Zusammentreffens. Marc erwiderte: „Mir setzen secher vil ze selle on deselwischten Fliejer.“


„Wie heute unterrichtet wird, ist komplett falsch“,

meint Marc auf unsere Frage nach der Qualität des heutigen Unterrichtens.
Da wusste Roland sich zu wehren: „Wir haben heute keinen Frontalunterricht mehr, mit vielfältigen Methoden werden die Schüler zum selbständigen Lernen erzogen. Wir ‚füttern' die Schüler nicht mehr und unterstehen als Schule regelmäßigen Evaluierungen durch das Unterrichtsministerium. Schule ist heute in ständiger Entwicklung und die Lehrer sind vielfach wichtige Manager.“
 
Marc bemerkt aus weltweiter Erfahrung, dass Kinder mit viel Kreativität in die Schule rein kommen um sie dann ohne Kreativität zu verlassen. Dass dem an BSTI heute nicht so ist, musste er sich von Roland Walter erklären lassen.


Wo sind die besten Schulen? Wie misst man Qualität?

„Korea hat ein riesiges Leistungspotential, die Skandinavier sind recht gut. Die besten Unis gibt es in Großbritannien und USA. Dort ist man durch mehr Praxis näher dran am eigentlichen Leben. In Kalifornien gab es ein Projekt, im Zusammenhang mit Khan Academy, wo man in der Schule übt und zu Hause lernt. Belgien dagegen scheint mir immer noch sehr theoretisch. Lernen sollte ständig im Umbruch sein und seine Qualitätsansprüche regelmäßig anpassen. Das Problem liegt in der richtigen Methode, gleiche Materien unterschiedlichen Menschen beizubringen. Auch Geld spielt oftmals eine große Rolle und beeinflusst folglich sicherlich auch die Qualität einer Schule. Die Technik kann helfen viele Mankos auszugleichen. Generell sollte man aber mehr auf die Leidenschaft des Schüler eingehen und seine Stärken fördern.“

Was macht Deine weltweit agierenden Firma konkret?

TURNITIN bietet eine moderne Lernumgebung und will helfen, BESSER SCHREIBEN ZU LERNEN. Unsere Software läuft zur Zeit an ca 15.000 Schulen. Wir wollen besseres Schreiben in Verbindung bringen mit dem Lernen. TURNITIN fördert weltweit die Entwicklung von Schreibkompetenz und die Benutzung digitaler Feedbacks.“

Dazu wird uns Marc Daubach am 29. September 2016 sicher mehr berichten, wenn er gelegentlich der Goldhochzeit seiner Eltern mal wieder in Malscheid weilt und zwei Vorträge für die BSTI-Oberstufen, für Lehrer, Eltern und Freunde zum besten gibt.


Was ist bei Dir von BS und TI „hängen“ geblieben?


„Eigentlich zwei Dinge: Die Lehrer mit ‚starker Hand’ und Disziplinansprüchen habe ich in bester Erinnerung. Sie haben mir am meisten gebracht. Lehrer, die streng sind und begeistern können sind okay, diejenigen, die mit ihre Strenge als einzige Alternative einsetzen, sind eine Katastrophe.
Zweitens 'hängen geblieben' ist bei mir zu achtzig Prozent immer noch Walter Heyen. Er war die Seele der BS.“

Abschließend meinte Marc, dass es hauptsächlich darum gehen sollte, glückliche Menschen zu erziehen, „denn nur in den mit sich zufriedenen Menschen steckt das richtige Erfolgspotential“.

 

Herzlichen Dank Marc für das interessante Gespräch. Alles Gute für Deine Zukunft.

Roland Lentz, Walter Heyen und Erwin Kirsch

 

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