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Das Ehrenamt an BS und TI
 
  Die Lehrer Carl-Heinz Hansen und Bruno Kartheuser wurden nachträglich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Auszug aus der Rede des Direktors:

Wie jedes Jahr sind wir jetzt Zur Rubrik „Es treten in den Ruhestand..." angelangt. Hier befinden wir uns in diesem Jahr in einer besonderen Situation.

Zum einen haben wir im letzten Jahr einen lieben Kollegen in den wohlverdienten Ruhestand entlassen, bevor er dann während der Ferien erfuhr, dass die zuständige Administration einen Fehler begangen hatte und er noch ein Jahr dranhängen müsste. Ich bewundere unseren Kollegen, wie er diese Mitteilung recht ruhig weggesteckt hat und dann nochmals für ein Jahr antrat:

Lieber Carl-Heinz Hansen, wir werden Dich nicht ein zweites Mal verabschieden, aber wir möchten Dir als kleinen Dank für dieses zusätzliche Jahr einen guten Tropfen überreichen.

Zum anderen, sollte vor jetzt schon 10 Jahren ein Kollege offiziell seitens der Schulgemeinschaft in den Ruhestand verabschiedet werden. Da er im Auftrag der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft zwecks Ausübung eines anderen Amtes die Geschicke der Literatur in die Hand nahm, ist dies damals leider versäumt worden. So obliegt es mir, heute den Kollegen seitens unserer Schulgemeinschaft offiziell zu verabschieden.


Bruno Kartheuser (zweiter von links) mit Andreas Hock (links) und BSTI-Direktion (rechts)


Andreas Hock und seine Laudatio:

Die Person, die ich hier vorstellen möchte, ist mir in jungen Jahren zum ersten Mal begegnet, als ich bei meinem Freund spielen ging und mir dessen Vater die Türe öffnete. Jahre später wurde er mein Lehrer hier an der BS für das Fach „Heimatgeschichte", welches damals als Ergänzungstätigkeit unterrichtet wurde. Viele Jahre später kreuzten sich unsere Wege erneut - nun im Zusammenhang mit dem „Krautgarten", den er jahrelang erfolgreich gestaltete... Anfangs wirkte er eher einschüchternd auf mich, jedoch habe ich ihn nach und nach besser kennen lernen dürfen.

Es handelt sich um Bruno Kartheuser, geboren am 10. Dezember 1947, wohnhaft in Neundorf.

Nach seinem Abitur an der Bischöflichen Schule absolvierte er ein Studium der klassischen Philologie und Philosophie an der Katholischen Universität Löwen, wo er im Jahr 1971 seinen Abschluss erhielt. Zu seinen späteren Unterrichtsfächern zählten Religion, Griechisch, Latein, Geschichte, Erdkunde, Kunstgeschichte und Tagesgeschehen.

Sein aktives Lehrersein, welches er als eine Berufung verstand, unterbrach Bruno nach 20 Jahren, da er 1991 als Sonderbeauftragter für Literatur im Auftrag der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft freigestellt wurde. Nun konnte er sich 4 Jahre lang intensiv einem Projekt widmen, das er 1982, also bereits 9 Jahre zuvor, gestartet hatte - der Literaturzeitschrift KRAUTGARTEN. Auch wenn Bruno später abermals mit Unterbrechungen als Lehrer tätig wurde, sollte doch seine Zeitschrift, wie auch die anderen Tätigkeiten rund um das Unternehmen KRAUTGARTEN, sein Leben bestimmen. So arbeitete er mit Herz und Seele als Autor, Literaturarbeiter, Übersetzer, Historiker sowie als Verleger und Veranstalter literarischer Ereignisse und Begegnungen internationaler Art, für gestandene Autoren und Erststarter, und das weit über die ostbelgischen Grenzen hinaus.

In seiner aktiven Zeit publizierte er 12 literarische Werke: Lyrik, Prosa und Essais. Zugleich veröffentlichte er sechs Bücher zur Zeitgeschichte, wo hier für Bruno ein Schwerpunkt in der Aufarbeitung des Zweiten Weltkrieges lag. So erforschte er die Kriegsverbrechen in Stavelot sowie das Drama der Erhängungen von Tulle, eines der größten Nazi-Verbrechen in Frankreich. Auch zählen etliche Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften zu seiner Biografie.
Seine Arbeiten wurden oft prämiert. So erhielt er mehrfach den Literaturpreis des Parlamentes der Deutschsprachigen Gemeinschaft, einen Förderpreis der Stadt Aachen, ein Stipendium des Bundeskanzleramtes Wien und eine Börse der König-Baudouin-Stiftung für geschichtliche Forschung - um nur einige zu nennen.

Nachdem er 2003 als Frühpensionär das Unterrichten beendete, widmete er sich ausschließlich der literarischen und publizistischen Arbeit. Auch wenn seine Tätigkeit als Lehrer erst heute gewürdigt wird, wurde er bereits 2008 pensioniert.
Seit Dezember 2017 hat er die öffentlichen Tätigkeiten rund um den KRAUTGARTEN - auch infolge des neuen Kulturdekretes - eingestellt. Seine neu gewonnene Freizeit verbringt er mit Lesen und Schreiben, der Musik (Klassisch und Griechisch) sowie auch viel in und mit der Natur, in der er sehr viel Kraft schöpft.

Bruno, auch wenn Du bereits vor 10 Jahren hier hättest verabschiedet werden können, wünsche ich Dir heute offiziell alles Gute zur Pension! Auf dass Du jetzt die Zeit findest für Enkelkinder, Tierzucht und einem Gläschen Wein zu einer guten alten Schallplatte.

Möge Dir noch so manches Werk gelingen!

 

 
 
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