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Ein Beitrag von Peter Ortmanns:

Heumilch als Innovation in Ostbelgien

Es heißt: „Es ist schon alles einmal gesagt, aber nicht alles gehört worden." So könnte man meinen, dass das Thema Heutrocknung ein alter Hut für die Landwirtschaft ist. Nicht so am Studientag von Agra-Ost, der am 7. September auf dem biologischen Milchviehbetrieb von Rainer Lentz in Schoppen stattfand.

Im Mittelpunkt stand das Thema Heumilch in Verbindung mit einem Gesamtbetriebskonzept, das für den einen oder anderen (zukünftigen) Landwirten interessant sein kann. Vorgestellt wurden neue Entwicklungen im Bereich der Scheunentrocknung von losem Heu, die Kurzrasenweide, die Verwertung und Sammlung von Heumilch in der Wallonie sowie die Rinderrasse „Fleckvieh". Anlässlich dieser Ostbelgienpremiere wollten unsere Landwirtschaftsschüler des 5., 6. und 7. Jahres sich selbst ein Bild von dieser Methode in der Praxis machen.

Der Betrieb von Rainer Lentz und seiner Frau Evelyne umfasst 120 ha Grünland, 134 Milchkühe und 110 Stück Jungvieh plus 5 bis 10 junge Zuchtbullen. Erklärtes Ziel des Betriebsleiters ist, u. a. ganz ohne Silage auszukommen um gesündere, langlebigere Tiere im Betrieb zu halten. Als zweites ist ihm wichtig, die Futterautonomie seines Betriebes zu steigern. Die Umstellung auf Heumilch bedeutet für Rainer: „Die Grundfutterleistung zu steigern, d. h. weniger Milch mit Kraftfutter, dafür mehr mit eigenem Raufutter zu produzieren, was wiederum die Produktionskosten sinken lässt."

Fazit: Heumilch zu vermarkten ist im Augenblick ein Nischenmarkt, der aber Potenzial bietet im Rahmen der einzelbetrieblichen Mehrwertschöpfung. Wir werden sehen, was die Zukunft bringen wird!