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Ein Beitrag von Sofia Hammes:

Stromsparen mit vollem Körpereinsatz

Schüler der 1. B starteten Energiejagd im Windpark von Weismes

Die Schüler des ersten Jahres der berufsbildenden Abteilung des BSTI sagen in diesem Schuljahr verschwendeter Energie den Kampf an. Im Rahmen des Projektes „Génération zéro Watt" versuchen sie den Energieverbrauch in der Schule zu verringern. Am 18. September ging die Jagd auf die Joules mit einem Besuch des Windparks in Weismes los.

Montag, 9 Uhr in Weismes. Die 19 Schüler des ersten Jahres der berufsbildenden Abteilung stapfen in Gummistiefeln und Wanderschuhen auf drei grüne Zelte zu. Die Mitarbeiter der Genossenschaft „Courant d'air", die das Sensibilisierungsprojekt organisiert, warten schon. Es ist etwas neblig, der Wind treibt die drei Windräder des Parks kräftig an.

Doch wie wird aus der Kraft des Windes eigentlich Strom erzeugt? Und wie gelangt dieser in unsere Steckdosen? Diese und andere Fragen brennen den Schülern unter den Nägeln. An fünf verschiedenen Stationen werden sie im Windpark über Themen wie Klimawandel, Treibhauseffekt und die verschiedenen Energiequellen aufgeklärt. Schließlich sind die Jungs hier, um später in der Schule Energie einzusparen. Und wie soll das gehen, wenn sie nicht wissen wie und warum?

Nach einer kurzen Einführung im Hauptzelt geht die Entdeckungstour auch schon los. In drei Grüppchen machen sich Schüler und Lehrer auf den Weg. Besonders interessant ist es natürlich im Inneren der Windräder. Hier ist es ziemlich laut. Von einer Anzeige kann man ablesen, wie viel Strom das jeweilige Windrad momentan produziert. Außerdem gibt es einen Aufzug, mit dem die Mitarbeiter des Windparks bis an die etwa 100 Meter hohen Türme fahren können. Für die Schüler geht es zwar nicht hoch hinaus, doch ausruhen können sie sich trotzdem nicht. Als es um das Thema Stromerzeugung geht, tritt jeder Schüler einmal selbst in die Pedale eines Fahrrads, um am eigenen Leib zu spüren, wie aus körpereigener Energie Strom erzeugt und eine Glühbirne zum Leuchten gebracht werden kann.

An den anderen Stationen geht es etwas ruhiger zu. Im ersten Windrad sind auf Fotos die Folgen des Klimawandels und der Erderwärmung zu sehen. Das Schmelzen der Pole wird den Schülern anhand eines Experimentes veranschaulicht. Dass all dies auch wiederum etwas mit Energieproduktion und -konsum zu tun hat, haben die sie bereits bei den vorigen Stationen zum Thema Treibhauseffekt und Energiequellen erfahren. Somit ist klar: Beim Energiesparen geht es um mehr als um hohe Stromrechnungen, die man ungerne bezahlen will.

Als es schließlich irgendwann zu regnen anfängt und den Schülern und Lehrern allmählich der Magen knurrt, ist es auch schon Zeit für die Rückfahrt zum Schulgelände nach St.Vith. Nach drei Stunden im Windpark von Weismes stapfen die Schüler wieder zu den Autos. Die Gummistiefel sind dreckig, die Mäntel nass vom Regen. Doch die Schüler nehmen auch viel neues Wissen mit, das sie nicht nur innerhalb des Projekts, sondern auch zuhause anwenden und umsetzen können. Anfang Oktober steht bereits die nächste Phase der Energiejagd an: Dann besuchen die Mitarbeiter von courant d'air die Schüler in ihren Klassen, um durch ein Energieaudit herauszufinden, wie und wo man Energie einsparen kann.