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Heinz Risse: Das Gottesurteil

Das Gottesurteil

Inhaltsangabe

An einem Julimorgen wurde die ausgeraubte Leiche eines Mannes in einer kleinen Bergstadt Kalabriens aufgefunden. Am Abend vor seiner Ermordung war er in einem Gasthof wo er erzählt habe, dass er Kaufmann sei. Nach einer ausgiebigen Mahlzeit verließ er mit zwei jungen Leuten (Urbini und Vigilio), die während des Essens am Tisch des Toten gesessen hatten das Gasthaus. Vor dem Richter beteuerten die Beiden sie haben sich am Tor des Gasthofes von dem Kaufmann getrennt. So kam der Richter zu dem Beschluss, dass weder Urbini noch Vigilio die Mörder des Kaufmanns seien. Trotzdem wollte er die über sie verhängte Haft nicht aufheben. Gott sollte die Entscheidung treffen. Der Schuldige wurde anhand seines Traums entlarvt. Urbini träumte, dass er auf einer Straße läge, ohne die Fähigkeit sich bewegen zu können. So ließ der Richter ihn auf eine nahe liegende Straße legen. Doch es kamen keine Autos, so kam der Richter zu der Überzeugung Urbini sei unschuldig. Vigilio träumte, dass er seine Hand ins Maul eines steinernen Löwen lege und dieser hätte zugebissen. So ließ der Richter Vigilios Hand in das Maul eines steinernen Löwen legen. Dieser biss zu. Im Maul befand sich ein Skorpion, der Vigilio stach und er so den Verletzungen erlag und starb. Nun war der Richter sich sicher dass Vigilio der Schuldige war.

Jedoch hatte weder Urbini noch Vigilio den Händler ermordet, sondern ein Mann der 20 Jahre später auf seinem Totenbett die ruchlose Tat gestand.

Hauptthematik

Man weiß nicht, ob das Urteil auf diese Anklage bezogen ist. Vigilio kann ja auch für eine andere Tat verurteilt worden sein. Der Richter nimmt sich die Freiheit nicht das Urteil fällen zu müssen, denn er kriegt alles dargelegt. Das Gottesurteil zeigt ihm wer der Schuldige sein soll und er nimmt dies ohne Bedenken dar.

Der Mensch allerdings kann nur Fragen stellen und versuchen die Hintergründe zu deuten. Irren ist menschlich, jedoch finde ich es äußerst merkwürdig, wie man sich auf Zufälle verlassen kann (das Gottesurteil). Man nimmt eher an, dass an einer stark befahrenen Straße ein Mensch überfahren wird, wie dass ein versteinerter Löwe zubeißt. Doch wie der Zufall es will liegt im Maul dieses Löwen ein Skorpion, der Vigilio sticht und so das leben nimmt. Das ist für den Richter das eindeutige, göttliche Urteil und er zweifelt auch nicht daran oder hinterfragt es gar.